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Der Name
„Gesellschaft
für Innere und Äußere Mission im Sinne der lutherischen Kirche”
deutet eine geistlich-theologische Vision an und enthält zugleich ein
Handlungsprogramm.
Unter innerer Mission
verstand Wilhelm Löhe die missionarische Zuwendung zu Getauften: ob im
In- oder Ausland, ob zu Einzelnen oder zu Gemeinschaften. Äußere Mission
war für ihn Mission unter Ungetauften. Mission ist nach Löhe die
„Eine
Kirche Gottes in ihrer Bewegung”.
Löhe blieb in seiner Sicht des weltweit zu verkündigenden Evangeliums
den Einsichten der Reformation verpflichtet. Denn wo die Heilige Schrift
alten und neuen Testaments als letzter Maßstab nicht immer wieder auch
im Licht der an die Schrift gebundenen Bekenntnisse und
Bekenntnisschriften gelesen wird, gerät sie leicht unter den Einfluss
rationalistischer Kritik und zeitgeistiger Umdeutung. Hier hat eine
„Mission
im Sinne der lutherischen Kirche”
ein Wächteramt!
Lutherische Theologie
ist konzentriert auf vier Kernpunkte:
1.
Rechtfertigung:
„Heil“ ist heute,
genau wie zur Zeit Luthers und zur Zeit des Apostels Paulus, die
Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben an Jesus Christus,
gewirkt durch die Gnade Gottes. Damit geht es in der Botschaft immer um
den Zugang zu Gott, um die Ewigkeit und den Freispruch des Menschen,
wenn Christus kommen wird „zu richten die Lebenden und die Toten“. Das
ist festzuhalten angesichts der Tendenz, Erlösung der Menschheit
lediglich „diesseitig”
zu verstehen. |
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2. Schriftprinzip:
Quelle der Offenbarung ist „allein die Heilige Schrift“. Sie ist
maßgebend für missionarisches Planen und Handeln, und nicht die
jeweilige Sicht der Geschichte. Nur die Heilige Schrift kann uns sagen,
was christliche Mission ist und was sie nicht sein kann. Allein sie kann
auch vergewissern, dass die Verkündigung des Evangeliums die erste
Funktion der Kirche ist.
3. Realpräsenz:
Das heilige Abendmahl ist kein symbolisches Geschehen. Vielmehr ist
wahr, was den Empfangenden zugesprochen wird: „Christi Leib, für dich
gegeben. Christi Blut für dich vergossen!“ Daher bekennen Lutheraner die
wirkliche Gegenwart (Realpräsenz) des Herrn im heiligen Abendmahl.
4. Zweireichelehre:
Weithin wird heute die Unterscheidung von Kirche und Welt aufgehoben. Wo
dies geschieht, wird Kirche leicht zu einer politischen Bewegung.
Deshalb ist es wichtig, auch heute zu unterscheiden zwischen Gottes
Reich zur Rechten, seinem Reich der Gnade, in dem das Evangelium
herrscht, und dem Reich zur Linken, wo das Gesetz herrscht und zur
Aufrechterhaltung von Frieden und Gerechtigkeit noch immer Gewalt
angedroht werden muss.
Warum
„im
Sinne der lutherischen Kirche”?
Es geht dabei nicht um die Person Luthers – der hätte eine
Kirchenbezeichnung nach seiner Person rundheraus abgelehnt, sondern es
geht dabei um die Kirche Jesu Christi, das heißt es geht um die Erlösung
des Menschen. |